Powerplay | Saison 2025/26 | Ausgabe 6
COME BACK IS TEAMWORK Wie Verletzungen bei den Straubing Tigers medizinisch begleitet werden Der erste Moment: Verantwortung Wenn ein Spieler verletzt liegen bleibt, beginnt im Hinter- grund sofort ein klar strukturierter Ablauf. „Die erste Priorität ist immer die Gesundheit des Spielers“, sagt Dr. Markus Vogt , leitender Oberarzt der Klinik für Orthopädie, Unfall- und Handchirurgie und Mannschafts- arzt der Straubing Tigers. „Hier gilt: Do not further harm – keinen weiteren Schaden verursachen.“ Noch auf dem Eis oder an der Bande erfolgt eine erste Ein- schätzung. „Wir müssen uns die Frage stellen: Wie schwer ist die Verletzung? Kann der Spieler weiterspielen? Ge- fährdet sich der Spieler, wenn er weiterspielt?“ Die Entscheidung muss oft sehr schnell getroffen werden. „Oft sehr schnell – manchmal innerhalb von Sekunden“, er- klärt Vogt. „Zum Beispiel: Kann der Spieler weitermachen oder nicht? Besteht Gefahr für Folgeschäden? Aber die Schnelligkeit darf nie auf Kosten der Sorgfalt gehen. Lieber eine Minute länger prüfen als eine falsche Entscheidung treffen.“ Vertrauen spielt dabei eine zentrale Rolle. „Der Spieler vertraut uns Mannschaftsärzten, egal ob wir sagen: ‚Du darfst weiterspielen‘ oder ‚du gehst jetzt nicht mehr auf’s Eis‘.“ Von der Untersuchung zur Diagnose Nach der Erstversorgung folgt die genauere Untersuchung in der Kabine. „Am Anfang steht natürlich immer die klinische Unter- suchung“, sagt Dominik Döbereiner , der ebenfalls zur ärztlichen Betreuung der Tigers gehört. „Hierdurch können schon erste Hinweise auf die Verletzung untersucht wer- den.“ Je nach Verdacht folgt die passende Bildgebung. „Bei zum Beispiel dem Verdacht auf einen Knochenbruch erfolgt primär ein Röntgenbild. Sollte es sich jedoch um eine Muskel- oder Bandverletzung handeln, stehen Ultra- schall und MRT im Vordergrund.“ Dabei gibt es auch zeitliche Aspekte zu beachten. „Hier muss jedoch beachtet werden, dass eine zu frühe Durchführung der z.B. MRT nicht die volle Ausdehnung der Verletzung zeigen kann.“ Die enge Zusammenarbeit mit dem Barmherzige Brüder Klinikum St. Elisabeth Straubing ist dabei ein wichtiger Be- standteil. „Die Durchführung der Bildgebung erfolgt in enger Zu- sammenarbeit mit dem Barmherzige Brüder Klinikum St. Elisabeth Straubing, wofür wir sehr dankbar sind“, so Döbereiner. Erst wenn alle Befunde vorliegen, wird gemeinsam der weitere Plan festgelegt. „Dann wird anhand der jeweiligen Verletzungsfolge ein ausführlicher Plan für die Behandlung und Rehabilitation er- stellt und mit dem Spieler, den Physiotherapeuten und den Trainern besprochen. Dies ist stark verletzungsabhängig.“ Powerplay In und um den Pulverturm | 13 Straubing Tigers www.tigershockey.de
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy Njg5Mg==