Powerplay | Saison 2025/26 | Ausgabe 6
In und um den Pulverturm Powerplay 64 | Begegnungen im Dorf Olympia ist auch ein Ort der Begegnungen. „Man läuft sehr vielen Athleten über den Weg“, sagt Loibl. „Ich habe meinen ehemaligen Teamkollegen Thomas Larkin ge- troffen. Der konnte mir sehr viele Tipps über Mailand geben.“ Brunnhuber erinnert sich an ganz konkrete Momente: „Wir haben schon ein paar NHL-Spieler gesehen. Und der brasilianische Skifahrer war da. Wenn du an denen vorbei- läufst, ist das schon ein cooler Moment.“ Er beschreibt es mit einem Lächeln in der Stimme: „Die NHL-Spieler haben natürlich eine andere Strahlkraft. Und die dann auf einmal hautnah zu sehen – das ist schon be- sonders.“ Varejcka bleibt pragmatisch: „Die, die ich kannte, habe ich da fast alle gesehen. Meistens beim Essen läuft man sich über den Weg. Man sagt Hallo.“ So unspektakulär kann Weltklasse wirken, wenn sie plötzlich Alltag wird. Pin-Trading: Die inoffizielle Währung Und dann gibt es da diese kleine Tradition, die jeder kennt. Pin-Trading. „Ja, es gab sehr viel Pin-Trading“, sagt Varejcka. „Eigentlich die ganze Zeit.“ Er lacht. „Am ersten Tag hatte ich meine Pins gar nicht dabei. Aber dann habe ich gesehen, dass jeder tauschen will. Am zweiten Tag habe ich sie mitgenommen. Bei der Eröffnungsfeier hinter den Kulissen – da wurde sehr viel getradet.“ Loibl ist da schon fast Routinier: „In Peking habe ich es ge- schafft, fast mit jeder Nation zu tauschen. In Mailand habe ich mir etwa zehn Pins ertradet.“ Auch Brunnhuber sammelt: „Als wir angekommen sind, hatten die DOSB-Verantwortlichen ihre Akkreditierungen schon voll mit Pins. Wir haben auch ein paar getradet. Das ist einfach eine schöne Erinnerung.“ Kleine Metallstücke. Große Geschichten. Die Fahrt ins Stadion Dann kommt der Abend der Eröffnungszeremonie. „Wir haben uns um 18 Uhr im Olympischen Dorf getroffen“, erzählt Varejcka. „Alle Nationen zusammen, alle in denselben Outfits.“ Jede Nation bekommt einen Guide. „Der bringt dich zum Bus. Dann sind wir eingestiegen und jeder Bus wurde von Polizisten eskortiert.“ Blaulicht. Sirenen. Kolonne. „Wir waren komplett durchgemischt im Bus“, sagt Varejcka. „Mit Japan, Korea, Spanien.“ Brunnhuber ergänzt: „Vor dem Stadion gab es ein Zelt. Dort haben die Organisatoren alles koordiniert. Man stand schon in der richtigen Reihenfolge in der Schlange.“ Warten. Reden. Pins tauschen. Und dann: „Dann wird eine Nation nach der anderen aufgerufen.“ Der Tunnel Es ist dieser Moment. Du stehst im Tunnel. Du hörst das Stadion. Du weißt: Gleich geht’s rein. „Ein unbeschreibliches Gefühl“, sagt Loibl. Varejcka wird noch deutlicher: „Das war einer meiner größten Augenblicke in meinem Leben. Du siehst die Nation davor reinmarschieren. Du hörst, wie das ganze Stadion jubelt. Und dann weißt du: Jetzt bist du dran.“ Brunnhuber beschreibt das erste Bild: „Man sieht die Ringe zum ersten Mal im Stadion hängen. Und man hört den Jubel. Da merkt man schon: Das ist jetzt was Besonderes.“ www.tigershockey.de Straubing Tigers
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