Powerplay | Saison 2025/26 | Ausgabe 7

Ordner im Fokus  Powerplay Die aktuelle Saison verlief nach Einschätzung beider Ord- nerleiter überwiegend ruhig. Eine Ausnahme bildete ein Spiel gegen Berlin, bei dem ein Gästefan in den Straubin- ger Block eindrang und die Situation so eskalierte, dass die Polizei eingreifen musste. Dennoch ist der Grundtenor positiv: Die persönliche Beziehung zwischen Ordnern und Stammzuschauern trägt wesentlich zur ruhigen Atmosphäre bei. „Man muss sich die Leute von Anfang an ziehen, dann gibt es keine Probleme”, erklärt Klaus. Herausforderungen gibt es aber immer wieder. Manche Zu- schauer testen bewusst aus, wie weit sie gehen können. Ein weiteres Problem ist übermäßiger Alkoholkonsum, der das Aggressionspotenzial erhöht. Dennoch ist die Situation im Stadion heute deutlich entspannter als früher. Aktuell sind laut Landstorfer lediglich etwa zehn Straubinger Fans mit einem Stadionverbot belegt. Beim Einlass wird dies anhand einer bundesweiten Liste überprüft, die dem Sicherheits- dienst vorliegt. Sollten es die betreffenden Personen an der Einlasskontrolle vorbeischaffen, könnte der Aufenthalt im Stadion trotzdem nur von kurzer Dauer sein, denn: „Wir kennen die alle auch ohne Foto“, ergänzt Landstorfer. Insgesamt ziehen die Verantwortlichen eine positive Bilanz der vergangenen Jahre. „Die Fankultur hat sich deutlich verändert“, sagt Landstorfer. Das Publikum sei seit dem DEL-Aufstieg jünger und bunter geworden. Viele kommen wegen des Eventcharakters, weil die Mannschaft gut spielt und die Stimmung stimmt. Gleichzeitig gibt es weiterhin einen Kern von 1.500 bis 2.000 Fans, die den Tigers seit Jahrzehnten die Treue halten. Körperliche Auseinanderset- zungen, wie sie in der Vergangenheit häufiger vorkamen, sind deutlich seltener geworden. Früher mussten Schieds- richter regelmäßig zum Auto begleitet und deren Fahrzeuge bewacht werden, um Sachbeschädigungen zu verhindern. Am Ende haben Klaus Grüll und Rudi Landstorfer noch eine herzliche Bitte an alle Fans: Ordner, die auf Regeln hinweisen, tun dies nicht böswillig, sondern erfüllen ihren Auftrag. Durchsagen sollten ernst genommen werden – eine Stadionräumung ist kein unrealistisches Szenario, sondern hat in der Vergangenheit bereits stattgefunden. Und wenn Sanitäter im Einsatz sind, sollte ihnen schnell Platz gemacht werden. „Von Geburt bis Herzinfarkt war in den vergangenen Jahren alles dabei”, sagt Grüll – und macht damit deutlich, wie viel Verantwortung hinter jedem Spielabend steckt. Dr. Markus Retzer 70  | www.tigershockey.de   Straubing Tigers

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