Powerplay | Saison 2026/27 | Ausgabe 1
Wann hast du beschlossen, dass du deine Karriere be enden wirst? Schon zu Beginn der letzten Saison habe ich einige Spiele wegen einer Verletzung ver- passt. Und danach hatte ich zum wiederholten Male Probleme mit meinem Rücken. Das hat mich im Sport sowie im Alltag wirklich sehr eingeschränkt. Und dann bin ich einfach zu einem Punkt gekommen, wo ich mir gedacht habe, dass ich mich um meinen Körper kümmern muss und ich somit auch über einen längeren Zeitraum wieder nicht spielen konnte. Das hat mich dann irgendwann auch sehr frustriert. Aber ich hatte dann ein tolles Gespräch mit Gaby und Jason. Wir haben so meine jetzige Position in der Geschäfts- stelle besprochen und ich bin darüber überglücklich, da ich einfach in Straubing bleiben wollte. Wenn du auf deine Karriere zurückblickst: Gibt es einen Moment, der dir besonders im Gedächtnis geblieben ist? Ehrlicherweise gibt es für mich nicht den einen Moment, son- dern viele kleine besondere Momente. Ich war schon immer die Person, die auf den morgigen Tag geschaut hat, statt zurück. Ich war und bin einfach dankbar, dass ich immer ans Stadion kommen kann. Wir sind mit allen Spielern, den Mitarbeitenden, den Sponsoren und den Fans eine ganz große Familie - und das Gefühl Teil davon zu sein, finde ich einfach toll. Hast du einen Mitspieler im Kopf, der dich besonders bereichert hat? Es gibt so viele davon, da fühle ich mich direkt schlecht, dass ich nicht alle aufzählen kann. Aber einer davon war auf jeden Fall Frederik Eriksson, die schwedische Sensation (lacht). Wir haben uns einfach so gut verstanden und hatten sehr viele gemeinsa- me Interessen, wie z.B. auch Golf. Wir haben einfach eine tolle Freundschaft aufgebaut. Ich habe immer zu ihm aufgeschaut, weil er das Eishockey und sein Privatleben so gut gemanaget hat. Er hat jeden einzelnen Moment genossen, er war ein großer Familienmensch und gerade weil ich damals noch jünger war, habe ich das sehr bewundert. Diese Eigenschaften hat auch Jeremy Williams mitgebracht, mit dem ich mich auch unfassbar gut verstanden habe (ausser, dass er vegetarisch war). Was vermisst du an deinem Alltag als Spieler und was vermisst du vielleicht auch nicht? Ich vermisse auf jeden Fall die Kabine - einfach super viel Zeit mit meinen Teamkollegen zu verbringen. In der Kabine redet man neben Eishockey-Themen auch über Privates, u.a. auch wer gestern welche Serie im Fernsehen geschaut hat (lacht). Was ich nicht vermisse, ist das Sommertraining. Auch wenn ich wirklich immer super Trainer und ein gutes Trainingsprogramm hatte, bin ich froh, dass ich das dieses Jahr nicht machen muss. Was kannst du jetzt wieder machen, worauf du als aktiver Spieler lange verzichten musstest? Ja, defintiv. Ich will im Winter wieder Skifahren gehen. Ich habe das schon eine Ewigkeit nicht mehr gemacht und hoffe, dass ich im Winter eventuell mal in St. Englmar Skifahren kann (lacht). Jetzt der Perspektivwechsel: Wie fühlt es sich an vom Spieler ins Teammanagement zu wechseln? Es ist definitiv eine Umstellung. Als Spieler war ich nicht acht Stunden pro Tag am Schreibtisch. Aber ich muss sagen, dass es jetzt im Moment eine große Lernphase für mich ist. Man ist ja nie zu alt, um etwas neues zu lernen, daher finde ich das großartig. Die Menschen im Office habe ich ja vorher schon gekannt, aber man lernt sich doch noch einmal besser kennen, wenn man so viel Zeit miteinander bei der Arbeit verbringt. Alle haben unterschiedliche Aufgaben zu erledigen und ich kann von allen etwas lernen. Es ist wirklich eine super Truppe und ohne diese Menschen würde es sicher keine Straubing Tigers auf dem Eis geben. Ich habe jetzt erst bemerkt, wie viel Organisation hinter so einem Team steckt. Alleine die Vorbereitungen bevor die Saison los- geht und alle Spieler eintrudeln, sind immens. Auch die Menge an Papierarbeit, die unsere Teammanagerin Sophie vorher al- leine erledigen musste, ist unfassbar. Da helfe ich gerade mit und kann enorm viel von ihr lernen. Wo siehst du den größten Unterschied in deinem privaten Alltag? Oh, ich esse definitiv weniger als vorher. Und mein Ziel ist es, dass ich trotz Bürojob nicht zunehme (lacht). Was sind deine Aufgaben in der Geschäftsstelle? Ich kann aktuell nur davon sprechen, was ich bisher gelernt habe. Ich wusste ja, dass es in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern mehr Bürokratie gibt, aber ich wusste nicht, dass es SO viel ist (lacht). Sophie ist hier sehr geduldig mit mir und bringt mir bei, alle Formulare für die Spieler korrekt auszu- füllen. Ich kümmere mich zusammen mit Sophie zum Beispiel auch um die Apartments. Die haben wir den jeweiligen Spieler zugeteilt und über den Sommer entsprechend aufbereitet. Es kommt immer wieder vor, dass eine Spielerfamilie nach der Saison mal in eine andere Wohnung oder ein anderes Haus zieht - auch das muss organisiert sein. Wir haben in diesem Jahr auch neue Team-Autos. Da haben Sophie und ich zum Beispiel einmal einen ganzen Tag lang fast 30 Fahrzeuge vom Autohaus zu den Spielern oder ins Stadion gebracht. In und um den Pulverturm Powerplay www.tigershockey.de Straubing Tigers
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