Powerplay | Saison 2026/27 | Ausgabe 1

Straubing Tigers  www.tigershockey.de |  25 Powerplay  In und um den Pulverturm Nach dem Aufstieg des TSV Straubing 1975 in die 2. Bundes­ liga beschloss der DEB (Deutscher Eishockey Bund), dass alle Zweitligisten nur noch mit Dach dort spielberechtigt sind. Im ersten Jahr erhielt unser Club dabei eine Ausnah- megenehmigung. Wie bei allen Großprojekten, bildete auch damals die Finanzierung den gordischen Knoten. 2.400.000 DM kostete der Bau aus Beton, was heute deutlich über 10.000.000 Euro wären. Kein Wunder, dass die anderen Abteilungen des TSV strikt dagegen waren und auch der Stadtrat, mit dem damaligen Oberbürgermeister Ludwig Scherl an der Spitze, musste überzeugt werden. Ein gegrün- deter Förderverein zur Überdachung des Kunsteisstadions, dem immerhin auch 14 Stadträte angehörten, sammelte 98.000 DM, davon 65.000 DM durch Losverkauf im Gäu- bodenvolksfest. Klar, dass wir jugendlichen Eishockeyfans da auch unser Taschengeld investierten und auf die ein oder andere Autoscooter- oder Achterbahnfahrt verzichteten. Letztlich war es jedoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Entscheidender Faktor und somit die Auflösung des gordischen Knotens, war das Bundesministerium für Arbeit, damals Arbeitsamt. 1,6 Millionen DM gab es im Rahmen der ABM-Mittel (Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen) als fast zinsloses Darlehen, 400.000 DM als Bundes-Zuschüsse und noch einmal 400.000 DM Kredit von der Stadt. Dr. Wackerbauer kämpfte an allen Fronten für die Lösung der Dachfinanzierung, denn diese Bundes-Mittel standen nur bis zum 31.März 1975 zur Verfügung. Erst am 24.März 1975 stimmte der Stadtrat einstimmig den Baumaßnahmen zu, nachdem Dr. Wackerbauer in einer Probeabstimmung im Bayerischen Löwen 23 Ja- von 24 Stimmen seiner Stadt- ratsfraktion erhielt und somit Oberbürgermeister Ludwig Scherl, der lieber in den Flughafen Wallmühle investiert hätte, regelrecht aushebelte. Aber schon am nächsten Tag rief der OB bei Dr. Wackerbauer an, da zitiere ich erneut aus der Chronik Stolz einer Stadt, und sagte: „Lass uns überlegen, wie wir das mit deinem Dach machen können.“ Bis die zehn Träger, jeweils mit einem Gewicht von 150 Tonnen, dann die Eis- fläche am Pulverturm überspannten, dauerte es noch bis zum 11. September 1976. Dazu spendierte der Förderverein 40.000 DM für eine neue Beleuchtungsanlage, neue Laut- sprecher und eine neue Spielstandsanzeige mit sekunden- Straubings neues Schmuckstück. Mit seinen Tribünen bietet das Eisstadion am Pulverturm einen optimalen Blick auf das Eisoval (Blick von der Westkurve aus) Der erste Träger im Bau. Blick vom Essigberg auf das Stadion. Luftaufnahme vom Eisstadion am Pulverturm während der Bau­ arbeiten für das Dach. Vier der insgesamt zehn Stahlbetonbin­ der überspannen bereits die Eisfläche. Der erste Träger auf der Ostseite im Bau

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