Powerplay | Saison 2026/27 | Ausgabe 2
Das Entscheidende dabei: Von außen ist all das häufig nicht zu erkennen. Nach Angaben von Hidden Disabilities Sunflower sind viele der Behinderungen nicht sichtbar. Weltweit leben demnach rund 1,3 Milliarden Menschen mit einer Form von Behinderung. Eine Idee, die 2016 ihren Anfang nahm Die Geschichte der Sonnenblume begann im Jahr 2016 in Großbritannien. Am Flughafen London Gatwick be- schäftigte man sich mit der Frage, wie Reisende mit nicht sichtbaren Behinderungen unkompliziert darauf aufmerksam machen können, dass sie möglicherweise zusätzliche Unterstützung benötigen. Gesucht wurde ein Symbol, das gut erkennbar ist, gleichzeitig aber diskret bleibt. Die Wahl fiel auf die Sonnenblume. Im Mai 2016 wurde das Konzept eingeführt. Die Grundidee war ein- fach: Wer die Sonnenblume trägt, kann seinem Umfeld ohne lange Erklärung signalisieren, dass etwas mehr Zeit, Geduld oder Verständnis hilfreich sein könnte. Aus der ursprünglichen Idee für den Reiseverkehr entwickelte sich in den folgenden Jahren eine internationale Initiative. Die Sonnenblume findet sich inzwischen nicht mehr nur an Flughäfen, sondern beispielsweise auch im öffentlichen Verkehr, in Bildungseinrichtungen, Geschäften, Freizeit- einrichtungen und weiteren Organisationen. Die Sonnen- blume soll Menschen dabei die Möglichkeit geben, selbst zu entscheiden, ob und wann sie auf eine nicht sichtbare Behinderung aufmerksam machen möchten. Was bedeutet das Sonnenblumen-Bändchen? Wer ein Sonnenblumen-Bändchen trägt, signalisiert zu- nächst nur eines: Ich habe eine nicht sichtbare Behinde- rung oder Beeinträchtigung und könnte möglicherweise zusätzliche Unterstützung, Verständnis oder etwas mehr Zeit benötigen. Nicht mehr und nicht weniger. Das Bändchen verrät nicht, welche Behinderung ein Mensch hat. Es bedeutet auch nicht automatisch, dass in einer bestimmten Situation Hilfe benötigt wird. Und selbstverständlich verpflichtet es niemanden dazu, an- deren Menschen persönliche oder medizinische Infor- mationen zu erklären. Genau das ist ein wichtiger Teil des Konzepts. Das Symbol kann eine erste Information liefern, ohne dass Betroffene ihre persönliche Situation immer wieder erläutern müssen. Für das Umfeld bedeu- tet die Sonnenblume deshalb vor allem: aufmerksam sein, Geduld haben und Unterstützung anbieten, wenn sie benötigt wird. Freiwillig und kein Nachweis Genauso wichtig ist die andere Seite: Nicht jeder Mensch mit einer nicht sichtbaren Behinderung trägt eine Sonnenblume. Das Bändchen ist freiwillig. Manche Menschen möchten es dauerhaft tragen, andere vielleicht nur in bestimmten Si- tuationen und wieder andere überhaupt nicht. Daraus darf im Umkehrschluss nicht entstehen, dass nur Menschen mit Sonnenblume zusätzliche Unterstützung benötigen können. Die Sonnenblume ist zudem kein medizinischer Nachweis und kein Ausweis. Sie soll keine Behinderung „beweisen“. Sie ist ein Kommunikationsmittel, mit dem Menschen freiwillig auf einen möglicherweise nicht sichtbaren Unterstützungsbe- darf aufmerksam machen können. Rücksichtnahme beginnt deshalb nicht erst dort, wo eine Sonnenblume zu sehen ist. Die Sonnenblume am Pulverturm Ein Eishockeyspiel lebt von Emotionen. Tausende Menschen, Musik, Durchsagen, Licht, der Jubel nach einem Tor und die besondere Atmosphäre auf den Rängen gehören zu einem Abend am Pulverturm. Was für viele Fans genau den Reiz eines Stadionbesuchs ausmacht, kann für andere Menschen allerdings eine zusätzliche Herausforderung darstellen. Dazu können beispielsweise Menschenmengen, Wartezeiten, un- erwartete Situationen, die Orientierung in einem vollen Sta- dion oder intensive akustische und visuelle Reize gehören. Deshalb möchten die Straubing Tigers mit den Sonnen- blumen-Bändchen eine weitere Möglichkeit schaffen, nicht sichtbaren Unterstützungsbedarf kenntlich zu machen. Bei den Heimspielen am Pulverturm stehen entsprechende Bänd- chen zur Verfügung. Stefan Hofbauer: Ansprechpartner für Inklusion Ansprechpartner rund um das Thema ist Stefan Hofbauer, Behinderten-Beauftragter der Straubing Tigers. Stefan sitzt selbst im Rollstuhl und ist dadurch mit dem Thema Inklusion aufgewachsen. Über die Jahre hat er sich intensiv mit den Belangen von Menschen mit Handicap beschäftigt – ins- besondere mit den Herausforderungen, die beim Besuch von Eishockeystadien sowie bei der An- und Abreise ent- stehen können. Bei den Heimspielen der Straubing Tigers ist Stefan vor Ort und steht Menschen mit Behinderung und ihren Begleitpersonen als Ansprechpartner zur Verfügung. Dabei geht es nicht ausschließlich um sichtbare körperliche Einschränkungen. Auch Fragen rund um nicht sichtbare Be- hinderungen und die Sonnenblumen-Bändchen können direkt an ihn gerichtet werden. Wer ein Sonnenblumen-Bändchen nutzen möchte, kann Stefan bei einem Heimspiel ansprechen. Ebenso ist eine Kontaktaufnahme bereits vor dem Stadion- besuch per E-Mail möglich. In und um den Pulverturm Powerplay www.tigershockey.de Straubing Tigers 14 |
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