Powerplay | Saison 2026/27 | Ausgabe 2
| 49 Powerplay Neuigkeiten rund um den EHC Straubing! #nachwuchstiger Straubing Tigers www.tigershockey.de lich harte Arbeit. Das müssen wir auch den Eltern noch stärker vermitteln. In den unte- ren Altersgruppen verbinden wir das mit Spaß. Nach oben kommt die Taktik dazu, ohne dass die Technik vernachlässigt wird. Den roten Faden haben wir schon. Uns fehlt noch die richtig gute Trainingsgrup- pe. Deshalb müssen wir unten noch inten- siver arbeiten und neue Wege finden, den Kindern technische Fertigkeiten schneller beizubringen. Du hast immer wieder betont, dass Nachwuchsarbeit mehr sein soll als reine Eishockeyausbildung. Was möchtest Du einem Spieler persön- lich mit auf den Weg geben, wenn er den EHC irgendwann verlässt – unabhängig davon, ob er Profi wird oder nicht? Unser Nordstern lautet: Sei der Beste, der du sein kannst. Nicht jeder kann Astronaut werden, aber wer das will, kann Raketen- wissenschaftler oder Mechatroniker wer- den. Für jeden gibt es einen Weg, und man sollte so hart wie möglich daran arbeiten. Der zweite Punkt: Du kannst nur das kon- trollieren, was du kontrollieren kannst. Ob dich dein Chef mag oder deine Mitspieler einen guten Tag haben, entscheidest du nicht. Deine Arbeit und deine Einstellung schon. Das zählt – egal, ob du Profi wirst oder nicht. Die Spielerzahlen beim EHC sind inzwischen deutlich gewachsen. Ab wann wird Wachstum zur sportli- chen und organisatorischen Heraus- forderung? Das stellt uns definitiv vor Herausforde- rungen. In Altersklassen mit zwei Mann- schaften gibt es deutliche Leistungs- unterschiede. Mit ein, zwei Eiszeiten mehr pro Mannschaft könnten wir in Leistungs- gruppen aufteilen und jedes Kind besser fördern. Dazu kommen die Trainer. Gera- de ehrenamtliche Trainer mit Know-how wachsen nicht auf Bäumen. Jeder Helfer ist Gold wert. Pro Jahrgang ein oder zwei regelmäßige Trainer mit Profierfahrung auf dem Eis wären aber ein großer Gewinn. Die begrenzte Infrastruktur ist beim EHC immer wieder ein Thema. Wo stoßt ihr dadurch sportlich aktuell an Grenzen? Wir sind froh über den Neubau. Das Gym hat den Athletikbereich enorm nach vorne gebracht, und jede Mannschaft hat jetzt ihre eigene Kabine. Das große Problem sind die Spieltermine am Wochenende. Wir würden in manchen Altersklassen gerne mehr Mannschaften melden, aber Eiszeiten für Spiele sind trotz sehr guter Zusammenarbeit mit der Stadt kaum zu bekommen. Das gilt auch für zusätzliche Trainingszeiten. Manche Mannschaften müssen inzwischen relativ spät aufs Eis. Ihr habt euch vorgenommen, eine eigene U18-Frauenmannschaft auf- zubauen. Wie weit seid ihr damit – und welche Rolle soll das Mädchen- und Frauen-Eishockey langfristig beim EHC spielen? Wir sind schon weit. Es wird keine reine EHC-Mannschaft, sondern ein regionales Cluster, in dem alle Mädchen der Region gemeinsam trainieren und spielen. Wir übernehmen die Clusterleitung, vernetzen die Trainer und koordinieren die Eiszeiten, die überwiegend bei uns liegen werden. Wir wollen Vorreiter sein und das Mäd- chen-Eishockey langfristig stärken. Wir haben in der Region die meisten Mäd- chen im Spielbetrieb und große Erfolge erzielt. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass wir schon im Februar mit unserer Region gegen eine andere spielen. Im Nachwuchsprogramm der DEL, dem sogenannten „Fünf-Sterne- Programm“, hat der EHC und damit auch die Tigers aktuell einen Stern eingebüßt. Was stimmt Dich zuver- sichtlich, dass ihr den vierten Stern wieder erreichen könnt? Letztes Jahr hat uns der vierte Stern ge- fehlt, vor allem wegen der Kaderstärke. Die haben wir inzwischen erreicht, auch die anderen Punkte sind weit aufgearbeitet. Letztes Jahr haben viele Kinder den Verein in Richtung höherklassiger Standorte ver- lassen. Mittlerweile sieht es wieder gut aus. Ich bin sicher, dass wir den Stern sofort zurückholen. Wenn Du fünf Jahre nach vorne blickst: Was möchtest Du beim EHC Straubing unbedingt erreicht haben, damit Du sagen kannst: Genau dafür hat sich die ganze Arbeit gelohnt? Der EHC soll ein Zuhause für ganz viele Kinder sein. Wer Profi wird, soll von einer tollen Zeit in Straubing erzählen. Wer es nicht wird, soll gerne wiederkommen und später seine eigenen Kinder zu uns bringen, weil hier eine Kultur gewachsen ist. Außer- dem soll die Nachwuchsarbeit auch ohne mich weiterlaufen. Das muss das Ziel jedes Sportlichen Leiters sein: etwas aufzubauen, das sich selbst speist. Vielen Dank für das Interview, Bene- dikt. Gutes Gelingen für Deine Ziele – auf dass sich der Straubinger Eis- hockey-Nachwuchs auch weiterhin so positiv entwickelt . Interview: Florian Stögmüller
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