Powerplay | Saison 2026/27 | Ausgabe 2

Athletic Coach im Fokus Powerplay Und die Spieler wissen, warum. Sie erhalten ihre Leistungs- diagnostik in einem persönlichen Player Profile und können nachvollziehen, wo sie stehen und warum sie bestimmte Auf- gaben bekommen. Genau darin liegt für Liefke der Wert der Daten: Sie sollen Entscheidungen nachvollziehbar machen. Daten treffen auf Wahrnehmung Während der Saison wird diese Balance noch wichtiger. Dann wird die Belastung komplexer. Die Straubing Tigers arbeiten mit dem System „Firstbeat“, um Belastungsdaten engmaschig zu erfassen. Dazu tragen die Spieler während ihres Aufenthalts im Club einen Herzfrequenzsensor. So lässt sich nachvollziehen, wie hoch die Belastung einzelner Einheiten ist und wie sich die Gesamtbelastung über eine Woche entwickelt. Doch auch hier reicht ein Wert allein nicht aus. Die objektiven Daten treffen auf das subjektive Empfinden des Spielers. Dazu kommt die Beobachtung des Trainerteams. Erst aus diesem Gesamtbild entsteht die Entscheidung: Mehr Regeneration? We- niger Belastung? Oder kann der Spieler wie geplant trainieren? Auch bei der Regeneration gibt es deshalb kein „Schema F“. Für Eisbad, Sauna oder Regenerationstage gibt es Strukturen. Aber nicht jeder Spieler braucht dasselbe. Das Prinzip bleibt immer gleich: genau hinschauen. Besser werden kennt kein Alter Eine weitere Überzeugung zieht sich durch Liefkes Arbeit: „Jeder Spieler kann besser werden – unabhängig vom Alter.“ Im Sommer lag ein Schwerpunkt unter anderem auf der Ge- schwindigkeit. Gerade von älteren Spielern bekam Liefke dazu positives Feedback. Einige berichteten ihm, dass sie sich auf dem Eis wieder schneller und agiler fühlten, als sie selbst er- wartet hätten. Für Liefke ist das keine Überraschung. Solange ein Spieler gesund ist und seine Karriere fortsetzt, kann er sich auch körperlich weiterentwickeln. „Es geht nicht nur darum, das Niveau zu halten. Es geht darum, es zu verbessern.“ Beim Thema Motivation vertritt Liefke eine klare Haltung. Er sieht es nicht als seine Aufgabe, gestandene Profis jeden Morgen aufs Neue zu motivieren. „Die Spieler sind allesamt Top-Athleten, die wissen, worum es geht und von ihnen er- wartet wird. Dazu brauchen sie kaum äußere Motivation.“ Eine lange Saison bringt zwangsläufig Höhen und Tiefen mit sich. Entscheidend ist deshalb nicht, jeden Tag perfekt zu sein. Entscheidend ist, dranzubleiben. Für Liefke bedeutet professionelle Arbeit damit auch Eigenver- antwortung. Der Athlet muss verstehen, was von ihm erwartet wird – und selbst bereit sein, seinen Teil dazu beizutragen. www.tigershockey.de Straubing Tigers 32 |

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